Ausgetauscht: Wenn Albright sagt …

Für den Krieg der US-geführten NATO gegen Serbien und den folgenden Einmarsch im Kosovo hat man der ehemaligen US-Außenministerin Madeleine Albright aus »Dankbarkeit« eine Büste aus Bronze in Pristina hingestellt. Weder die Menschen im Kosovo, noch im restlichen Serbien, haben über eine Loslösung von Serbien abgestimmt. Es wurde von den Stärkeren bestimmt. Die Unabhängigkeit des Kosovo wird bisher von 114 der 193 UN-Staaten anerkannt. Die anderen Staaten halten die Trennung für rechtswidrig und betrachten den Kosovo weiterhin als einen Teil Serbiens. Obwohl sich zwar die Menschen in Katalonien, auf der Krim oder auch die Kurden im Nordirak per Abstimmung, also durch einen demokratischen Prozess, für eine Abspaltung (Unabhängigkeit) entschieden haben, haben die jeweiligen Zentralregierungen diese Prozesse kriminalisiert. Und in Spanien, einem EU-Staat, gilt ein sogenannter König, der durch keine Wahl vom Volk legitimiert wurde, als – von der Gemeinschaft üppig finanziertes – Staatsoberhaupt. Spanien ist aber nicht das einzige Land in der EU, dass an einer, wenn auch »minderwertigen«, Bewahrung der monarchistischen Diktatur und Ausbeutung festhält, sich ansonsten aber gerne an völkerrechtswidrigen Angriffskriegen für »Demokratie« in anderen Teilen der Welt beteiligt. Während also nicht der Angriffskrieg als Verbrechen gilt, so erklärt man dagegen die Abstimmung durch die Menschen als kriminell.

Madeleine Albright ließ, in Bezug auf ihre Figur in Pristina, dann auch wissen:

»Ich bin nicht in den USA geboren, aber die USA sind ein großes Land, das einen Beitrag zu Frieden und Stabilität leistet.«

Ja, nach Fläche und Bevölkerung sind die USA ein relativ großes Land. Und das mit dem Beitrag zu Frieden und Stabilität? Wohl kaum. Mein Vorschlag: 

»Ich bin auch nicht in den USA geboren, aber die USA sind ein imperialistisches Land, das keinen Beitrag zu Frieden und Stabilität leistet.«