Ausgetauscht: Wenn Kramp-Karrenbauer sagt …

Nachdem sogenannte »Youtuber« mit zwei Videos – »Die Zerstörung der CDU« und einem gemeinsamen Statement  zur »Europawahl 2019« vor Stimmabgaben für die CDU/CSU, SPD und AfD gewarnt haben, hat man in der CDU zwar reagiert, aber nichts kapiert. Das Video über die CDU wurde von den Medien aufgegriffen und millionenfach gesehen, jedenfalls über 12,7 Millionen mal geklickt (Stand 28. Mai 2019). Nur einen Tag nach dem dann doch recht schlechten Abschneiden ihrer Partei bei der Wahl äußerte sich die Vorsitzende der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, in Berlin:

Frau Kramp-Karrenbauer fragt in Anspielung auf das Video:

»Was wäre eigentlich in diesem Lande los, wenn eine Reihe von, sagen wir, siebzig Zeitungsredaktionen zwei Tage vor der Wahl erklärt hätten, wir machen einen gemeinsamen Aufruf: Wählt bitte nicht CDU und SPD. Das wäre klare Meinungsmache vor der Wahl gewesen.«

Ach so Frau Kramp-Karrenbauer. Und …

»Was wäre eigentlich in diesem Lande los, wenn eine Reihe von, sagen wir, siebzig Zeitungsredaktionen zwei Tage vor der Wahl erklärt hätten, wir machen einen gemeinsamen Aufruf: Wählt bitte kapitalistisch und imperialistisch (militaristisch). Das wäre klare Meinungsmache vor der Wahl gewesen.«

Nur, dass dieses Szenario nicht erst zwei Tage vor der Wahl, sondern mehr oder weniger offen 365 Tage im Jahr propagiert wird. Und stört das jemanden von den Systemparteien? Wohl kaum.

PS: Ach und klären die Zeitungsredaktionen eigentlich auch darüber auf, was das zur Wahl stehende EU-Parlament in der EU überhaupt zu melden hat? Oder anderes gefragt: Welche Institutionen haben in der EU überhaupt etwas zu melden und dürfen die EU-Bürger auch über die Zusammensetzung dieser EU-Institutionen abstimmen? Und wenn nein, warum nicht?