Petition zur Straffreiheit von Seenotretterin in Italien

Man kann die Seenotrettung von Flüchtlingen im Mittelmeer, so wie einige Personen in der »christlichen Union«, ja durchaus als einen »Shuttle-Service zum italienischen Festland sehen«. Man kann die Aktionen aber auch als einen Akt der Menschlichkeit verstehen. Man könnte aber auch fragen, warum so viele Menschen fliehen, wovor sie fliehen und wer Schuld daran hat, dass diese Menschen fliehen. Auch könnte man fragen, wie es mit einem grundsätzlichen Recht auf Bewegungsfreiheit aussieht, so wie es etwa in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte unter Artikel 13 Absatz 2 oder Artikel 14 geschrieben steht, auch wenn dem die imaginären Grenzen des Nationalstaats und das Meer im Wege stehen. Nun will die sizilianische Staatsanwaltschaft die deutsche Pia Klemp – sie war als Kapitänin auf privaten Schiffen an der Seenotrettung von angeblich rund 5.000 Menschen beteiligt – wegen »Beihilfe zur illegalen Migration« verurteilen. Ihr sollen dafür bis zu 20 Jahre Haft drohen. Wenn also das Helfen von Menschen vor dem Ertrinken auch nur irgendwie als unchristlich zu bezeichnen und zu bestrafen ist, dann erkläre ich mich hiermit nicht nur zum Atheisten (i. w. S.) sondern auch zum Antichristen, in diesem Fall als Gegner des »politischen Christentums«. Auf Change.org wurde eine Petition von Hannes Seidel an die italienischen Richter und den italienischen Innenminister Matteo Salvini gestartet. Hier sein Petitionstext:

Wenn die Kapitänin Pia Klemp und weitere Crew-Mitglieder der privaten Rettungsschiffe “Sea-Watch 3“ und “Iuventa“ wegen der Seenotrettung ertrinkender Menschen auf dem Mittelmeer zu 20 Jahren Gefängnis in Italien verurteilt werden würden, wäre das die bedingungslose Kapitulation der Menschlichkeit in Europa. Es ist schlimm genug, dass nationalsozialistische Hetzer und Parteien mit politischer Skrupellosigkeit gegen Empathie und Mitgefühl Stimmung machen, dass dafür jetzt aber sogar schon politische Gegner durch Rechtsprechung mundtot gemacht werden sollen, erinnert leider sehr stark an die faschistischen Anfänge der NS-Zeit. Das ist schlichtweg Unrecht all den hilfsbedürftigen Menschen gegenüber, die aus Verzweiflung die Flucht über das Mittelmeer antreten und damit ihr Leben riskieren. Auch die Rückfuhr in libysche Flüchtlingslager ist mitsamt der dort herrschenden Korruption, Folter und dem Menschenhandel keine Option für die Geretteten!

Aus gutem Grund ist in unserer heutigen Wertegesellschaft unterlassene Hilfeleistung strafbar und zum Glück nicht das Helfen selbst – noch nicht jedenfalls. Damit das auch so bleibt, bitte ich Sie hier durch ihre Unterschrift ein Zeichen der Solidarität mit allen mutigen und engagierten Helfern zu setzten und einen Appell an den rechten Innenminister Italiens Matteo Salvini zu starten, die Retter sofort freizusprechen!

In meinen Augen hat jedes einzelne Menschenleben den selben Wert, weshalb es unumgänglich ist Hilfsbedürftigen zu helfen. Es darf deshalb schlichtweg nie passieren, dass wir durch Strafen, die fällig werden könnten, zu einem Umdenken in diesen Moralvorstellungen gezwungen werden! Schweigen ist keine Option mehr!

Wehret den Anfängen. Für eine starke und liberale Demokratie.

Und hier kann die Petition unterzeichnet werden:

https://www.change.org/p/italienische-richter-straffreiheit-f%C3%BCr-seenotrettung-1fa2fa73-c68b-4d04-8392-ec60dc096f47