Der US-Angriff auf Venezuela, um Maduro und seine Frau aus ihrem Schlafzimmer zu zerren, ist vieles und beweiset nach allem eines: Der Planet ist nur ein Irrenhaus und Trump hat jetzt den Schlüsselbund.
Hinweis: vermutlich Satire mit einer Brise schwarzem Humor, sicher ist sicher!
Man kann von Donald Trump ja halten, was man will. Auch von Nicolás Maduro Moros kann man halten, was man will. Und die beiden können voneinander ebenso wenig halten wie ich von ihnen, der Heuchelei und Korruption, dem Terror und allem drumherum. Gleiches gilt für alle Regime, was wohl in der Natur der Sache, die dann mal zu ändern wäre und des Menschen selbst, der besser nicht zu ändern ist, liegt. Wobei Ausnahmen ja nur die Regel bestätigen. Und auf ein nebulöses Völkerrecht, das – jetzt ist es offiziell belegt und immer wieder nachschlagbar – nicht für jeden gilt und sowieso noch niemals nirgendwo durch eine unabhängige Instanz und Allianz überwacht und durchgesetzt wurde, pfeift längst der Hund drauf. Es gelte, ach wie nett, ein Gewaltverbot zwischen den Staaten. Sagt wer? Der Mann vom Mond? Seit dem Jahr 1789 haben die USA weltweit 469 Militärinterventionen, wie Kriege auch mal genannt werden dürfen, ausgeführt. Davon allein 251 in den Jahren 1991 bis 2022. Hinzu kommen die Kriege der anderen. Wen dieses Hirngespinst der Winkeladvokaten und Nostalgiker wo und wann in die Knie zwingt, bestimmen die Jungs mit den längsten Kanonen und ihre Finanziers im Hintergrund. Und die sitzen in der City of London und in New York. Dort, wo Maduro heute kniet.
Völkerrecht in Wolkenkuckucksheim
In den rund 250 Jahren ihrer Existenz haben die USA also mehr als 90 Prozent der Zeit mit Kriegen verbracht, was einsame Spitze ist, wenn es darum geht, dem Völkerrecht einzig im Wolkenkuckucksheim, einem Reich für ganz besondere Vögel, Geltung zu verschaffen. Das hat Trump endlich klipp und klar gestellt. »Die Großmächte tun heute buchstäblich, was sie wollen. Sie haben die Existenz des Völkerrechts und die Notwendigkeit, es einzuhalten, vollständig ausgelöscht«, landet Fico, Präsident der Slowakei, auf dem Parkett der Geopolitik. Großmächte? Es gibt nur Trump! Nun sei die UN eben »zerstört«. Er, wir könnten »nur fassungslos zusehen, wie amerikanische Eliteeinheiten den Präsidenten eines souveränen Landes entführen und die USA verkünden, dass sie über 30 Millionen Venezolaner herrschen«, was Kolonialismus heißt. Seit Venezuela sei also alles anders, sagen alle. Alle sind die Bösen der Guten und die Guten der Bösen. Auch wenn die BBC mit ihrer Zensur wie gewohnt weitermacht, um die Entführung Maduros bloß nicht Entführung nennen zu müssen.
Endlich ist auch dem letzten Rand- und Kleinstaatspräsidenten klar, wohin der Hase läuft. Selbst die friedlich vor Anker liegende Schatzinsel der Kalaallit hat mit seiner von Demokratiefragmenten geschmückten Kolonialkleinmacht, einer gewöhnlichen Erbdiktatur aus Kopenhagen, die Hosen gestrichen voll. Ja, weil auf Putin eben kein Verlass ist. Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, die gerade noch zuständige Ansprechpartnerin für Grönland-Angelegenheiten: »Ich sage es ganz direkt: Wenn die USA ein anderes NATO-Land angreifen, dann war’s das«, dann wäre Schluss mit NATO und der frederikschen Fantasie von Weltordnung. Und die Sprechpuppe einer anderen Erb- und Inseldiktatur, Keir Starmer, meinte vom Schneegestöber zwischen Unter- und Oberhaus vermutlich leicht verwirrt: »Nur Grönland und das Königreich Dänemark haben über ihre eigene Zukunft zu entscheiden.« Wie großzügig von ihm. Die Kalaallits hätten was zu melden? Sezession und eine NATO-freie Welt sind möglich, wenn doch nur 56.000 Grönländer ihren dänischen Pass abgeben? Während die Kalaallits eifrig Schneebälle rollen und Eiszapfen sammeln, verkündet Serbiens Präsidenten Akleksandar Vučić sicherheitshalber auch mal wieder was. Nämlich mit aufzurüsten, in etwa um die Hälfte. Weil? Na weil: »Nach den Ereignissen in Venezuela ist klar geworden, dass die internationale Rechtsordnung und die Charta der Vereinten Nationen nicht funktionieren, dass in der Welt das Recht der Stärke, das Recht des Stärkeren herrscht und dies der einzige Grundsatz der modernen Weltpolitik ist.« Und während Vučić noch spricht, explodieren die Preise für Waffenschränke jeder Grüße. Schneebälle, Kalaschnikows oder Atombomben, Nordpol, Balkan oder Gelbes Meer, Nuuk, Belgrad oder Pjöngjang. Sicher ist sicher.
Sanktionen, Ausschlüsse, Boykotte, Flugzeugträger und Bomben: Der Westen darf das
Apropos Wolkenkuckucksheim: Die Heißluftfabrik der Vereinten Nationen, die ihre Zentrale in New York hat, wie lustig, und mit den fünf Vetomächten des UN-Politbüros – in Wahrheit sechs, wegen der USA auch Israel – der Restwelt diktiert und sich selbst ins Nirwana blockiert, gehört nicht nach New York, sondern in ihr Produkt aufgelöst. Oder wie klingt das? Während Maduro und seine Frau zur Eröffnung eines vorgeschobenen Schauprozesses wegen unbewiesener Drogenschiebereien gefahren werden, eröffnen die Vereinten Nationen ein paar Straßen weiter eine »Dringlichkeitssitzung«, um zu sagen, dass das, was die da drüben machen, so ganz und gar nicht ginge. Deswegen sei man »zutiefst schockiert« und bekunde aufrichtige »Solidarität«. Außerdem könnten sich die USA nicht »zu einer Art oberstem Richter ernennen, der allein das Recht hat, in jedes Land einzumarschieren und seine Gesandten zu entsenden, um Strafen zu verhängen und dabei die Grundsätze des Völkerrechts, der Souveränität und des Nichteinmischungsprinzips zu missachten«. Hä? Sie haben doch das Recht des Stärkeren. Manche sind dumm, andere dümmer und die aller dümmsten lässt man für die Dummheit zahlen. Außerdem sind die Dummen ja gar nicht so dumm, weil sie über die Dümmeren und Dümmsten herrschen. Aber das ist auch nur so ein dummer Gedanke von mir.
Die Heißluftfabrik kostet die Steuerzahler Geld. Sendezeit. Und Platz. Wäre es nicht tausendmal besser, die Gebäude jetzt schon für Kriegsflüchtlinge aus Mexiko, Kuba, Kolumbien, dem Iran und Grönland zu räumen? Baerbock dürfte nach Hause segeln, alle Grönländer hätten es schön warm und auf Donalds Kopfschwarte wird eine Belohnung ausgesetzt. Es wird sich doch bestimmt jemand finden lassen. Ein in Notwehr handelnder ICE-Cop aus Minneapolis vielleicht? Mit einer Anklage in Den Haag wird es nämlich nichts. Wegen ASPA, dem »American Service-Members`Protection Act«, um US-Vertreter mit einer Invasion zu befreien, sollte eines sehr, sehr, sehr fernen Tages im niederländischen Den Haag mal ein Prozess drohen. Donald selbst braucht ASPA nicht, er ist das Weltgesetz. Der UN-Vertreter Russlands, Wassili Nebensja, hat das auch gerafft. Endlich: »Existieren die Vereinten Nationen und der Sicherheitsrat nicht mehr, und besteht die Notwendigkeit, sozusagen einfach Washingtons Regeln zu folgen?« Ja. Wassili, flieg doch heim. Die »Rückkehr in eine Ära der Gesetzlosigkeit und US-Dominanz durch Gewalt, Chaos und Willkür« sei angekündigt. Man müsse das US-Vorgehen als Beweis, maximalen Widerstand geleistet zu haben, »entschieden zurückweisen«. Weil Sanktionen, Ausschlüsse, Boykotte, Flugzeugträger und Bomben nur Westler dürfen? Fast war er nicht zu hören, UN-Generalsekretär António Guterres hätte eine klitzekleine Bitte: »Prinzipien der Souveränität, politischen Unabhängigkeit und territorialen Integrität« wären zu respektiert. Aber nur, wenn es keine Umstände macht. Um Gottes willen doch lieber Trump, weil der mit Warp-Speed sich, seine Wähler, einfach alle viel besser vorführen und unterhalten kann.
Brodeln in Nahost
Und bevor ich es komplett vergesse, was ist in Caracas passiert? Dann anschnallen und gut aufgepasst, angeblich hat es sich exakt wie folgt zugetragen: Monatelang schon hätten Spione der Geheimdienste CIA und NSA Nicolás Maduro, den Mann mit dem Schnauzer, den bunten Trainingsjacken und den verlorenen Goldtonnen, überwacht und Elitesoldaten in einem Nachbau seines Anwesens trainiert. In etwas so, wie es sich Verschwörungstheoretiker immer ausmalen. Nachts wurde der Präsident Venezuelas, also Maduro, durch einen Angriff auf Kommando des Präsidenten der USA, Trump, dem Mann mit Goldtolle und leichtem Sonnenbrand, überrascht und gewaltsam entführt. Bis nach New York. Mit einem Hubschrauber. Dann mit einem Schiff. Einem echten Kriegsschiff. Er, also Maduro, hätte dabei getötet werden können. Das hat Donald gesagt. Im TV. Die Geiselnahme wäre sogar wie in einer echten »Fernsehshow« gewesen. Ein paar US-Männer und US-Fluggerät wurden bei den Dreharbeiten leider verletzt, das kann man aber wieder reparieren. Die 80 Toten Zivilisten und Soldaten aus Venezuela und Kuba dafür nicht. Das ist aber auch gar nicht nötig, weil das Zeug nicht Donald von ganz Amerika gehört hat.
Trump ist nicht die dümmste aller Nebelkerzen. Und zur UN will er sowieso nicht gehen. Seinen MAGA-Werbeslogan konnte er sich so lange merken, wie er musste, weshalb er mit Israel einen Krieg gegen den Iran anfangen durfte. Natürlich nur, um die Verdrehung, Israel würde vom Iran bedroht, endlich richtig herum bomben zu dürfen. Wegen der doppelten Standards. Atom dürfen nicht alle. Und auf den 100.000 Gaza-Toten werden Trumps Überwachungsbauten der Freiheit für Milliardäre aus purem Saudi-Gold gebaut. Klar. Für weitere Bauprojekte ist das Abrissunternehmen der IDF in Gottes Namen und dem Segen der Nationen übrigens schon wieder fleißig im Libanon, in Syrien und der Westbank unterwegs. Weil: die haben ihren eigenen Trump und einen Holocaust. In Israel kann man ja noch ungestört korrupt, politisch rechts, weißer Rassist, Faschist und Nationalsozialist in einem sein und keinen »Aufgewachten« stört es, solange die Richtung im Fadenkreuz stimmt. Ach ja, außerdem wurden in älteren Ausgaben der Trump-Show schon Ziele im Irak, in Nigeria, im Jemen und in Somalia bombardiert und Drogenboote mit Besatzung ohne Prozess versenkt. Live. Sowas bringt Quote. Air America fliegt längst nicht mehr und am Hindukush haben sie Brunnen, aber kein TV. Aus Syrien ließ Trump auch schon senden, um Ölquellen und al-Dschalauni zu schützen. Den ehemaligen US-Gefangenen Al-Kaida-Halsabscheider, der sich wegen dem Kopfgeld auf al-Dschalauni wieder al-Scharaa nennt, wurde in der Trump-Show zum gern gesehenen Statthalter von Damaskus gemacht.
Delcy Rodríguez in Hundestellung
Man könnte Maduros letzte Nacht in Freiheit vor Donald Trump auch durch eine rosarote Brille intellektueller Armseligkeit betrachten: »Die EU hat wiederholt erklärt, dass Nicolás Maduro [hier zum besseren Verständnis zentralistischer EU-Moral bitte wahlweise Namen wie Ahmed al-Scharaa, Mohammed bin Salman, Recep Tayyip Erdoğan oder Friedrich Merz einsetzen] nicht die Legitimität eines demokratisch gewählten Präsidenten besitzt.« So wie das EU-Regime von von der Leyen selbst. Oder wie Merz seit Mai, weil der bei näher Betrachtung aller deutschen Stimmen für die Tonne schnurstracks dahin käme, wo Maduro sitzt. Weg vom Fenster. Oder wie der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrates, Dmitri Medwedew, Hoffnung macht: »Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein. Hier kann einen kaum noch etwas überraschen. Auch ein solches Szenario hat einen gewissen Realitätsbezug.«
Und nun bibbern und zittern sie vor Trump, liefern aber trotzdem weiter Strom, Schauspieler und das Publikum, machen Werbung und besorgen es ihm im Vertrieb. Trump? Der ist nur Produzent, sein Team führt die Regie. Das war`s. Als mittelmäßiger Geschäftsmann und Steuergeld-Milliardär weiß er, dass man alles kaufen kann. Fast. Für Filme jedenfalls. Das haben ihm die aus dem Pentagon gesagt. Auch venezolanische Militärs, Minister und was da ausgeschlafen mit Delcy Rodríguez – das ist die: »Nie wieder werden wir eine Kolonie, egal von welchem Imperium sein« – zusammen saß. Könnte es also sein, dass Delcys halbe Tafel dafür bezahlt wurde, wovon ich nur träumen kann: fürs Schlafen mitten in der Nacht? In Caracas suchen sie angeblich schon Verräter, während es Rodríguez fünf Minuten später mit der Hundestellung versucht: »Wir laden die US-Regierung ein, mit uns an einer Agenda der Kooperation …«. Halt. Bis hierhin und kein Wort weiter. Und dann noch Kommandeure, die (US-)Anomie mit Anarchie verwechseln. Genau wie Trump. Seitdem weiß ich ganz genau, dass Maduro nicht ein Päckchen weißen Pulvers verschiffen ließ.
Tanz auf leeren Tankern
US-Kriegsminister Hegseth, so nüchtern nennen die das Amt, wegen seiner Guantanamo-Erfahrung hinter dem Zaun ein vermutlich ganzer Kerl, lacht über die Versager: »Offenbar funktionierten die russischen Luftabwehrsysteme nicht so gut«. Hegseth dachte wohl wie ich, die venezolanische Luftabwehr hätte Militärtechnik aus Russland. Hat der Kreml tatsächlich Hack- statt FlaRak-Spezialisten geliefert? Der russische Bär trägt jetzt einen Nasenring in Stars and Strips und tanzt auf leeren Tankern, die sich die US-Küstenwache an ihre neue Küstenlinie hinter Grönland kurz vor Schottland bringen lässt. Wegen der einseitigen US-Sanktionen für Donald, die FIFA, UEFA, das IOC den ESC und gegen Kuba, Iran, Venezuela-Öl und so weiter und so fort. Seerecht? Was zur Hölle soll denn das jetzt? Die Russen wissen`s aber auch nicht besser: »Wir sind unsererseits bereit, dem befreundeten Venezuela weiterhin die notwendige Unterstützung zu gewähren. Wir sind der festen Überzeugung, dass Venezuela das Recht garantiert werden muss, sein Schicksal ohne destruktive Einmischung von außen selbst zu bestimmen.« Ja, ja. Das übliche Blablabla einer Brieffreundschaft. Trump schickt keine Floskeln, sondern das Drehbuch: »Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich höher als Maduro«. Und: »Wir holen uns zurück, was sie gestohlen haben.«
Bei dem ganzen Hin und Her kommt selbst ein Sigmar Gabriel ins Schwanken und auf die albernsten Verschwörungstheorien. Seitdem er sich vom Captain`s Dinner der Transatlantik-Brücke zum Rheinmetall-Buffet und zurück spachteln und schaukeln lassen darf, hat er in den Verdauungsphasen auf dem Klo viel Zeit fürs Studium von NATO und Lord Ismay. Seitdem weiß er auch, was für Ungeimpfte Standardwissen ist. Und damit gibt er jetzt noch kräftig an. Aber in einer ganz anderen Fernseh-Show. Die EU, die NATO, das wären alles nur US-Konstrukte gegen Deutschland und die Russen. Während Assad den Flug nach Moskau nahm, Chamenei selber auf die Knöpfe drückte und Maduro feste schlief, aufrichtig skrupellos oder skrupellos verlogen?
Kolumbiens Präsident Gustavo Petro, ein anderer Linksausleger hält von alten Bündnissen auch nichts mehr. Petro und sein Abspann an die Welt: »Die Allianz mit China und Russland hat nichts gebracht; Lula, unsere Allianz muss vor allem das gleiche Lateinamerika sein, das heute bombardiert wird.« Und wenn sie weiter nur geschrieben haben, dann dienen sie noch heute. Dabei war Simón Bolívar, »El Libertador«, doch gar kein Stierkämpfer oder Libero zur Unterhaltung der skrupellos Verlogenen, sondern ein von der französischen Revolution, der Unabhängigkeit der USA und dem Illuminismus geprägter Freiheitskämpfer. Na dann viel Glück und weiterhin gute Unterhaltung.
Der Beitrag erschien bei Overton und bei Manova leicht entschärft.
SUPPORT MY COURSE
