Keine Flugzeuge über Sarmada

Nach russischen Angaben kam der Angriff auf das Flüchtlingslager Kammuna in Syrien nicht aus der Luft

 

Bei einem Angriff auf das Flüchtlingslager Kammuna nahe der Kleinstadt Sarmada in der nordwestlich-syrischen Provinz Idlib sind nach Angaben der UN vergangene Woche mindestens 30 Menschen getötet und über 80 verletzt worden. Wer für den Angriff verantwortlich ist, ist unklar. Die UN fordern eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls.

 

Am 8. Mai 2016 bestätigte Igor Konashenkov, Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, dass «weder russische, noch irgendwelche anderen Fluggeräte« zur Zeit des Angriffs in der Nähe des Flüchtlingslagers unterwegs waren, so die russische Nachrichtenagentur TASS. Nach Angaben von Konashenkov wurden die Daten der Luftraumüberwachung für den 4. und 5. Mai 2016 genau untersucht.

 

Die syrische Armee wies jede Verantwortung für den Angriff entschieden von sich und beschuldigte Rebellen für den Beschuss verantwortlich zu sein. Die USA betonten, dass weder Flugzeuge der US Air Force, noch Flugzeuge von Koalitionspartnern das Flüchtlingslager attackiert haben. Aus Mangel an Beweisen hat das US-Außenministerium keiner Partei Schuldzuweisungen für den Angriff gemacht. Die syrische Opposition, islamistische Söldner und Milizen machten die syrische Regierung für die Zerstörung des Lagers Kammuna verantwortlich.

 

Möglich sei ein bewusster oder unabsichtlicher Artilleriebeschuss des Lagers mit Raketen, wie sie von der »Terrorgruppe Jebhat al-Nusra« in der Region eingesetzt werden, so Konashenkov. Die Gegend rund um das Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenze wird von Rebellengruppen beherrscht. Said Raad al-Hussein, UN-Hochkommissar für Menschenrechte, schließt einen unabsichtlichen Beschuss der Kriegsflüchtlinge aus. Es sei wahrscheinlich, dass der Angriff beabsichtigt war, was einem Kriegsverbrechen gleichkommen würde.

 

In sozialen Netzwerken wurden Aufnahmen des zerstörten Lagers veröffentlicht. Nach Angaben von Konashenkov sind auf den Fotos und Videos aber keinerlei Krater oder andere Anzeichen für Luftschläge zu erkennen.

 

Zur Zeit des Angriffs fand in Palmyra ein Konzert des russischen Mariinsky Theatre Orchesters unter der Leitung von Valery Gergiyev statt.

 

 

Mein Beitrag erschien bei NEOPresse.

 

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