Mein Austritt aus dem BJV

Andere wollen rein, ich bin dann mal raus. Mit Ablauf des Jahres 2016 habe ich meine Mitgliedschaft im Bayerischen Journalistenverband (BJV), ohne Angabe von Gründen, ich war ohnehin nur passives Mitglied, gekündigt.

In der Kündigungsbestätigung des BJV heißt es: „Leider haben Sie uns nicht mitgeteilt, aus welchem Grund Sie aus dem BJV austreten. Haben Sie konkrete Kritikpunkte an der Arbeit des BJV bzw. Anregungen, welche Angebote wir unterbreiten sollten? Diese nehmen wir gerne entgegen, um unser Angebot genau den Bedürfnissen unserer Mitglieder anzupassen.“

Ich meiner Antwort gab ich an, dass sich der Deutsche Journalistenverband (DJV), der BJV ist ein Landesverband des DJV, meiner Meinung nach nicht von der neu entflammten Hetze und Kriegstreiberei gegen Russland distanzieren bzw. sich daran beteiligen würde, was ich, mit Verweis auf die Rolle westlicher Leitmedien bei der Vorbereitung des völkerrechtswidrigen Angriffskriegs gegen den Irak, für verantwortungslos und gefährlich halten und bedauern würde. Dabei habe ich auf ein Interview mit Martin Schlak im DJV-Medienmagazin „journalist“ und den Texten „So geht Propaganda“ und „Heißes Pflaster für Journalisten“ von Hendrik Zörner, Pressesprecher des DJV, verwiesen. In den genannten sowie zahlreichen anderen Artikeln wird RT Deutsch, für die ich bisher als Gastautor tätig war, und es handelt sich immerhin noch um Kollegen, als Propaganda Russlands bezeichnet, diskreditiert oder auch beschimpft, je nachdem.

Nun möchte ich anmerken, dass es sich, wenn schon, wie vom DJV und deutschen Leitmedien behauptet wird, dann doch immer noch um Propaganda von beiden Seiten handelt. Und auch hier möchte ich Bezug auf die Rolle westlicher Medien, der DJV ist immerhin die größte Journalistenorganisation Europas, bei der Einstimmung zur „Militärintervention“ gegen Jugoslawien (Hufeisenplan) oder zum erwähnten Irakkrieg (Lüge über Massenvernichtungswaffen) nehmen. Der staatlich finanzierte und als russische Propaganda bezeichnete Sender RT existiert erst seit dem Jahr 2005, kann mit „Propaganda“ und „embedded journalists“, aufgrund des zeitlichen Ablaufs der Ereignisse, jedenfalls nicht begonnen haben.

Außer mit der Redaktion von RT, darunter auch mit Chefredakteur Ivan Rodionov in Form von Mailkorrespondenz, habe ich bis heute keinerlei Kontakt zu Russland und schreibe frei und unabhängig von anderen Personen oder Institutionen. Ein Streben nach einer Karriere bei einem großen deutschen Medienkonzern liegt mir so ziemlich fern. Ich muss jedenfalls niemandem gefallen!

In meiner Antwort habe ich außerdem zum Ausdruck gebracht, gerne Mitglied im BJV bleiben zu wollen, sollte man mir, was ich hoffen würde, gegenteilige Beispiele nennen können. Leider habe ich bis heute keine Antwort vom BJV erhalten, weshalb die Sache für mich erledigt ist, aber es gibt ja noch Freischreiber, den Berufsverband freier Journalistinnen und Journalisten.